Kirche St. Nikolaus

Der heutige Stadtteil Reinhausen geht zurĂŒck auf eine Ansiedlung von Winzern, Fischern und FlĂ¶ĂŸern, die sich am Regen niedergelassen hatten. Als Reginhusen ("HĂ€user am Regen") wird der Ort im Jahr 1007 erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Bis zur Eingemeindung nach Regensburg war Reinhausen eine eigenstĂ€ndige Gemeinde, deren Wappen den Hl. Nikolaus als Patron der FlĂ¶ĂŸer und Schiffsleute zeigt sowie Axt und Seil als deren Berufswerkzeuge zeigt.Außenansicht der Kirche St. Nikola

Von den ersten Bewohnern wurde auch die ursprĂŒnglich romanische Kirche St. Nikolaus errichtet, die erstmals im Jahre 1228 erwĂ€hnt wird. Die Pilastergliederung am Turm aus dem 12. Jh., sowie ein romanisches wie auch ein gotsicher Fenster an der Ostseite sind Zeugen eines Umbaus im gotischen Stil. Mittelalterliche Epitaphe an der Innenwand sind Belege des alten Friedhofes, der rund um die Kirche angelegt war und - wie die Inschriften nahelegen - auch zahlreichen Geistlichen und Adeligen als letzte RuhestĂ€tte gedient hat . Zeitweise wurde die Kirche als Sondersiechenkirche genutzt, d.h. man hielt hier fĂŒr die ansteckend Kranken Gottesdienste außerhalb der Stadtgrenzen Regensburgs ab. UrsprĂŒnglich wurde die Kirche von der Pfarrei Sallern verwaltet. Nach dem Neubau der Pfarrkirche und der Errichtung der Pfarrei St. Josef Reinhausen wurde St. Nikolaus zur Filialkirche von Reinhausen.

Zum Inneren der Kirche:
Die hölzerne Marienfigur ĂŒber dem Hochaltar entstand kurz nach der Entdeckung Amerikas. Das GemĂ€lde des Hochaltares wurde um 1630 gemalt und gehört damit noch zum „alten“ Hochaltar (der heutige Hochaltar wurde erst 40 Jahre spĂ€ter eingebaut). Es zeigt den Kirchenpatron Nikolaus im Bischofsornat mit seinen Heiligenattributen.

Aus demselben Jahrhundert wie der Hochaltar stammt auch die St.-Nikolaus-Orgel, die 1988 renoviert wurde und seitdem in der Stadtpfarrkirche St. Josef unter dem nördlichen Querhausfenster steht. Es handelt sich um eine höchst wertvolle originale Barockorgel.

Links ein Marienaltar, der im Aufbau eine Figur des Hl. Nepomuk zeigt.
Rechts ein Altar mit "Christus in der Rast" oder Christus als Schmerzensmann; darĂŒber eine Figur des Hl. Sebastian.

Vermutlich wurde durch die Augustiner von St. Mang in Stadtamhof im Jahr 1754 die Kirche im Barockstil umgestaltet und nach Westen erweitert. Ihnen ist damit die heutige Form der Kirche und ein Großteil der barocken Ausstattung zuzuschreiben. Von den ursprĂŒnglich vier Glocken sind heute noch zwei vorhanden, die aus den Jahren 1701 und 1747 stammen.

Neben zahlreichen Figuren und GemĂ€lden, die im Laufe der Zeit in der Kirche ihren Platz gefunden haben, ist eine Figur besonders erwĂ€hnenswert. Es handelt sich um die gotische Figur des Hl. Nikolaus aus dem 14. Jh., die sich als Kopie an der Außenseite der Kirche befindet. Das Original wurde - um es vor WitterungseinflĂŒssen zu schĂŒtzen - durch diese Kopie ersetzt.

Die Kirche St. Nikolaus wird auch heute noch - als Filialkirche - regelmĂ€ĂŸig fĂŒr liturgische Feiern verwendet.
Sie ist Ausgangspunkt und Ziel fĂŒr die BittgĂ€nge vor Christi Himmelfahrt. Außerdem feiert die benachbarte Grundschule St. Nikola hier ihre Schulgottesdienste. Seitens der Pfarrgemeinde wird wöchentlich am Donnerstag eine Hl. Messe hier gefeiert und im Advent findet an jedem Mittwoch Abend ein vielbesuchtes Lichterrorate im Schein der Kerzen statt. Seit 2015 ist die Kirche aus geistliche Heimat der serbisch-orthodoxen Gemeinde von Regensburg, die sich hier regelmĂ€ĂŸig zum Gottesdienst versammelt.

Bilder: © Firmin Forster, Christian Popp,
Pfarramt St. Josef - Reinhausen